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Hummer-Hilfe

Hummer - Quelle: PhotoCase.de, Olaf Meyer Gutes Benehmen ist in der Geschäftswelt unerlässlich. Auf viele Menschen warten die größten Fettnäpfchen in Restaurants, vornehmlich bei Geschäftsessen.
Damit Sie auf dem Parkett der Esskultur nicht ausrutschen, haben wir Lebensmittel und Gerichte zusammengestellt, die durch einen hohen Blamagefaktor gekennzeichnet sind. Theoretisch sollten Sie auf einer „roten Liste“ für Empfänge und Geschäftsessen stehen. Leider schleichen sie sich aufgrund nicht enden wollender Kreativität engagierter Köche immer wieder auf den Teller.


Von Michael Heinemann-May

Artischocken Die Artischocke muss, wenn Sie komplett serviert wird, mit den Fingern gegessen werden. Entfernen Sie von außen nach innen die einzelnen Blätter und dippen sie in die dazugehörigen Saucen. Dann führen Sie das Blatt zum Mund und saugen mit Unterstützung der Schneidezähne das Innere des dicken Blattendes heraus. Bitte nicht das ganze Blatt essen, der Rest ist ungenießbar. Den Blattabfall deponieren Sie in die dafür vorgesehenen Schalen. Haben Sie alle Blätter entfernt, befindet sich vor Ihnen der Artischockenboden mit dem „Heu“, das mit einem Löffel entfernt wird. Den Boden essen Sie dann mit dem Besteck und nicht mit den Fingern. Um diese zwischendurch zu reinigen, gehört zu jedem Gedeck eine Schale mit Zitronenwasser.

Austern Beim Essen von Austern ist für manche die größte Herausforderung die Überwindung. Wenn der Teller mit den geöffneten Austern vor Ihnen steht, überprüfen Sie mit der Gabel, ob das Fleisch von der Schale gelöst ist. Ist die Auster noch mit der Schale verbunden, wird sie vorsichtig, mit sanftem Druck mit der Gabel gelöst. Bitte nicht mit Gewalt handeln, sonst finden Sie das ausgelöste Fleisch unter Umständen auf der gegenüberliegenden Tischseite wieder. Nach dem Lösen würzt man die Auster in der Schale mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft. Gegessen wird das Fleisch mit der Gabel, oder man schlürft es direkt mit der Flüssigkeit aus der Schale.

Geflügel Grundsätzlich wird im Restaurant das Geflügelfleisch mit Messer und Gabel von den Knochen gelöst und gegessen. Die einzige Ausnahme bildet die Wachtel, die, wenn sie nicht entbeint serviert wird, mit den Fingern gegessen werden darf. Aus diesem Grund findet man in den meisten Restaurants fast nur noch Gerichte mit ausgelöstem Fleisch.

Hummer Hummer zu essen, ist anstrengend und erfordert Übung. Wird der Hummer komplett serviert, isst man ihn mit den Fingern. Beine und Scheren werden per Hand durch eine Drehbewegung vom Körper getrennt. Sollten die Scheren noch nicht geknackt sein, verwenden Sie dafür die bereitliegende Hummerzange (ähnlich wie mit einem Nussknacker). Das Fleisch ziehen Sie dann mit der Hummergabel heraus, legen es auf Ihren Teller und essen es mit der Gabel. Die Beine können Sie einfach mit dem Mund aussaugen. Der Schwanz wird ebenfalls nach dem Auslösen mit dem Besteck gegessen. PS: Wegen der Verletzungsgefahr für Sie selbst und Ihre Tischnachbarn sollten Sie auch beim Hummer keine rohe Gewalt anwenden, sondern lieber den Kellner um Hilfe bitten.

Muscheln Muscheln sind, wenn sie in der Schale serviert werden, klassisches Fingerfood. Wenn Sie vor einer frisch gekochten, dampfenden Portion sitzen, suchen Sie sich eine leere Schale, die Sie wie eine Pinzette handhaben. Mit ihr ziehen Sie das Muschelfleisch aus den anderen Schalen und können es direkt zum Mund führen. Alternativ kann man das Muschelfleisch auch per Gabel auslösen und essen. Den mitservierten Sud isst man zum Schluss mit dem Löffel, begleitet von etwas Brot. Wichtig: Geschlossene Muscheln nicht wie einen Hummer knacken, sondern auf Seite legen. Sie sind verdorben.

Fazit: Alles lässt sich erlernen. Sollte Ihnen der vor Ihnen stehende Teller dennoch Rätsel aufgeben, lautet die Devise: Ruhe bewahren!
Unser Tipp: Abwarten und zusehen, wie die anderen es machen.

Langfristig sollten Sie sich aber mit Tischmanieren und gesellschaftlichen Umgangsformen vertraut machen. Schnelle Hilfe zu diesem Thema finden Sie auch unter
www.sueddeutsche.de/jobkarriereexterner Link

Coachingzone

Weingenuss & Tafelfreuden/Collection Rolf Heyne Das Geschäft kommt zum positiven Abschluss. Für beide Vertragsparteien Grund genug zum Feiern, am besten bei einem gemeinsamen Essen. Eine höfliche, wenn auch genüssliche Pflichtübung. Das ist die eine Variante des so genannten Geschäftsessens. Interessanter und für alle Beteiligten eine Herausforderung ist das Geschäftsessen dann, wenn es als Basis – oder sagen wir Rahmenbedingung – für die eigentlichen Verhandlungen gilt. Sehen Sie es als eine geschmackvolle Inszenierung, die das Restaurant-Ambiente und die Küchenleistung als Kulisse für geschäftliche Dinge nutzt, um der nüchternen Sachlichkeit eine gehörige Portion Lustbarkeit und Wohlbefinden gegenüberzustellen. Machen Sie sich bewusst: Die Einladung gilt unausgesprochen als Vertrauensbeweis. Der Einladende signalisiert gewollte Nähe, und der Eingeladene ergreift die Chance, die sterile Atmosphäre des Konferenzraumes mit dem neutralen Terrain eines Restaurants zu tauschen.

Gemeinsam an einem Tisch zu sitzen und ein essenzielles Bedürfnis zu teilen, wird vor allem in den romanischen und orientalischen Ländern als höchste Auszeichnung angesehen. Unweigerlich tritt während des Essens eine Entspanntheit ein, obwohl gleichzeitig alle Sinne sensibilisiert sind. Wenn Sie ein Geschäftsessen organisieren müssen, wählen Sie das Restaurant und den Küchenstil mit Bedacht und passend zur Bedeutung der geschäftlichen Verhandlungen. Essen in entspannter Atmosphäre lockert spürbar das Gesprächsklima auf, die von Augen, Nase und Gaumen empfundenen Sinneseindrücke beeinflussen die eigene Stimmung. Gehen Sie lieber keine Experimente ein, indem sie Ausflüge in exotische Kulinarik machen, die das Gegenüber in Verlegenheit bringen könnten. Bei der Wahl des Weins ist es erlaubt, den Geschäftspartner mit erstklassigen Tropfen zu beeindrucken, die Auswahl sollte sich aber im Rahmen des Anlasses bewegen.
CHRISTINA FISCHER ist Restaurantbesitzerin und Autorin des Buchs "Fischers Weingenuss & Tafelfreuden".
www.fischers-wein.comexterner Link

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