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Fit für den Weltmarkt?

Ihre Lebensarbeitszeit beträgt voraussichtlich noch 30 bis 35 Jahre. Wenn es Sie ins Ausland zieht, sollten Sie Ihr Augenmerk also nicht nur auf die derzeit boomenden Länder werfen, sondern auch die wachsenden Wirtschaftmärkte von übermorgen im Auge behalten. Wohin führt Sie die Zukunft?
Von Kathrin Baier

Fit für den Weltmarkt? - Quelle: SXC /Ryan Glanzer Eugen Ciemnyjewski ist ein klassischer Vertreter der modernen beruflichen Globetrotter: Zehn Jahre hat der Diplom-Kaufmann, der an der Universität Lüneburg seinen Abschluss gemacht hat, in England gearbeitet, erst für ein großes deutsches Unternehmen, dann für einen US-amerikanischen Konzern. Zwei Jahre lang studierte er neben seinem Job an der London Business School, um seinen Executive MBA zu machen, den er seit Sommer 2002 in der Tasche hat. Heute ist der 41-Jährige Direktor einer Firma im estnischen Tallinn, die eng verbunden ist mit einer Hamburger Consulting-Gesellschaft, in der er Geschäftsführer ist. Das estnische Unternehmen übernimmt für andere Firmen den Einkauf industrieller Ersatzteile. Das operative Outsourcing-Geschäft betreibt der MBA-ler zusammen mit zwei Studienfreunden, einem Esten und einem Kanadier-Iraner. „Mein berufliches Standbein hätte ich heute nicht in Estland, wenn ich nicht die London Business School besucht hätte“, so Eugen Ciemnyjewski. Über 60 Prozent der Studierenden aus seinem Jahrgang waren keine Briten, mehr als die Hälfte der Professoren an der London Business School kommt aus dem Ausland, und auch das Curriculum ist extrem international ausgerichtet: Zahlreiche Seminare, Arbeitsgemeinschaften und Clubs spezialisieren sich auf das Thema Internationalität und organisieren Studienreisenund Studienaufenthalte ins Ausland. Ciemnyjewski sieht vor allem in der Internationalität der Fakultät das große Plus für seine heutige Tätigkeit: „Am meisten habe ich von meinen Kommilitonen gelernt, weil die aus allen Kontinenten kamen. “Eugen Ciemnyjewski ist ein Paradebeispiel für die Young Generation von morgen: Karriere beschränkt sich nicht mehr nur auf ein Land, eine Stadt oder gar ein Unternehmen. Wer sich in vielen Ländern der Welt zu Hause fühlt und ein länderübergreifendes Netzwerk geknüpft hat, wird überall seinen Weg finden und Erfolg haben.

Quo vadis, Young Professional?

Welche Märkte werden in den nächsten Jahren boomen und damit für international orientierte Young Professionals interessant sein? Das Zukunftsinstitut in Kelkheim wirft einen Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Jahre und bestätigt: Asien ist groß im Kommen.

China: Allein im Jahr 2004 wuchs Chinas Wirtschaft um knapp zehn Prozent. Das Zukunftsinstitut erwartet, dass China im Jahr 2040 die größte Wirtschaftsmacht der Welt sein wird. China ist längst nicht mehr nur die verlängerte Werkbank der Welt, sondern entwickelt künftige Technologien zunehmend selbst. Viele küstennahe und rohstoffreiche Gebiete sind wirtschaftlich schon heute stark aufgestellt. In Zukunft werden neben dem Großraum Shanghai und dem Raum Shenzhen rund um Hongkongeinige dieser Gebiete zu "Mega-Clustern" heranwachsen. Trotz großer Probleme zum Beispiel im Umwelt- und Energiebereich wird die chinesische Wirtschaft weiter wachsen, so die Meinung des Zukunftsinstituts.
Indien:
Viele Experten halten Indien für eine verkannte Macht und sind überzeugt, dass das Land ähnlich rasant wachsen wird wie China. Das Zukunftsinstitut erwartet, dass Indien sich an die globale IT-Spitze setzen wird. In der Filmindustrie gehört es bereits zur Weltspitze. Als Absatzmarkt wird Indien weiter an Attraktivität gewinnen. Der Grund: Die Gehälter steigen und damit auch die Nachfrage nach hochwertigen Konsumgütern.
Singapur:
Die Einschätzung des Zukunftsinstituts: "Singapur ist heute und in naher Zukunft einer der attraktivsten Standorte der Welt." Vor allem internationale Unternehmen bevorzugen Singapur als idealen strategischen Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten innerhalb Asiens, besonders in China.
Südkorea:
Seoul, die Hauptstadt Südkoreas ist Dreh- und Angelpunkt für die Entwicklung des gesamten Landes. Seoul ist vor allem eine Hightech-Hochburg: Korea ist einer der größten Hersteller von Halbleitern und Flachbildschirmen. Im Jahr 2014 soll der Regierungssitz aus Seoul in die südlich gelegene Region Yeongi-Gongij verlegt werden, um weitere Teile des Landes am Boom teilhaben zu lassen und die Hauptstadt zu entlasten.
Indonesien:
Noch ist Indonesien ein Schwellenland, politisch instabil und von Terrorismusgefahr bedroht. Für Produktionsunternehmen wird Indonesien jedoch aufgrund sehr günstiger, aber gut oder sogar sehr gut qualifizierter Arbeitskräfte und niedriger Produktionskosten immer interessanter, auch wenn es sich noch auf einem viel niedrigeren Niveau befindet als andere asiatische "Tigerstaaten", so das Urteil des Zukunftsinstituts. Indonesiens wichtigste Wirtschaftsregion ist heute und erwartungsgemäß auch in Zukunft der Ballungsraum Jakarta.
Thailand/Vietnam:
Thailand entwickelt sich - mit dem Ballungsraum Bangkok als Mittelpunkt - zur Industrienation. Das unternehmerfreundliche Klima spielt die entscheidende Rolle für Unternehmen, sich in Thailand anzusiedeln. Vietnam wird von westlichen Investoren gerade entdeckt. Sie profitieren dabei von einer hochgebildeten Bevölkerung und geringen Produktionskosten.

Aufstrebende Märkte

Wo stehen die Chancen für eine berufliche Karriere am besten? Klaus Burmeister, Geschäftsführer von Z_punkt The Foresight Company in Essen, rät, genau zu beobachten, wo die Märkte der Zukunft liegen: "Menschen, die Karriere machen wollen, müssen ständig am Puls der Wirtschaftbleiben. Sie müssen selbst entscheiden, wo sie in Zukunft arbeiten möchten - in welcher Region und auch in welcher Branche. Dabei sollten sie nicht nur gebannt auf Chinaschauen. Auch die aufstrebenden Märkte und die Nischenmärkte wie die Baltischen Staaten, Russland, Südafrika oder Dubai sind hochinteressant." Das Baltikum und Russland bieten zum Beispiel Chancen im Energie- und Telekommunikationsbereich, Dubai hingegen im Tourismus, so Burmeister. "Zudem ist die Konkurrenz in diesen Ländern geringer als zum Beispiel in den USA oder in China." Asien wird allgemein eine große wirtschaftliche Zukunft vorausgesagt. Young Professionals, die in einem großen Unternehmen Karriere machen wollen, sollten auf jeden Fall Erfahrungen in einem asiatischen Markt sammeln, ist die einhellige Meinung von Experten.

Doch auch außerhalb von Asien gibt es reichlich Gelegenheit, sich beruflich zu profilieren. Imke Keicher, Unternehmensberaterin, Moderatorin und Expertin für "Future Work" und "Future Leadership" beim Zukunftsinstitut betrachtet zum Beispiel Lateinamerika als interessanten Markt für die künftige Führungselite. Auch der Zukunftsfachmann Burmeister meint: "Lateinamerika ist ein gigantischer Markt -unter der Bedingung, dass rasilien und Venezuela ihre wirtschaftlichen Probleme in den Griff bekommen. Auch Mexiko darf man bei seinen Überlegungen nicht vergessen." Das Zukunftsinstitut sieht São Paulo, die Hauptstadt Brasiliens, als "Seismograph und Trendlokomotive Lateinamerikas". Daher gelte es für viele Unternehmen, diesen "globalen Brückenkopf" mit Investitionen zu sichern.

Nicht erst seit der Erweiterung der Europäischen Union blicken viele Unternehmen auch Richtung Osten. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, eine Interessenvertretung deutscher Unternehmen, unterstützt und fördert deren Engagement in Russland, Belarus, Ukraine, Zentralasien, Kaukasus, Baltikum und Südosteuropa. Juliane von Hennig vom Ost-Ausschuss ist von der wachsenden Bedeutung der Märkte überzeugt: "Russland ist einer der entscheidenden Zukunftsmärkte in Mittel- und Osteuropa. Neben Metropolen wie Moskau und St. Petersburg rücken auch andere russische Regionen wie die Gebiete Nowgorod, Jaroslawl, Swerdlowsk, Omsk oder die Republiken Baschkortostan und Tatarstan mehr und mehr in den Blickwinkel ausländischer Investoren." Auch das Zukunftsinstitut ist sicher, dass sich Riga als wichtige Kommunikations- und Serviceplattform zwischen Ost und West durchsetzen wird: "Die lettische Hauptstadt wird ein Zentrum der Zukunft sein." Diese Rolle wird laut des Zukunftsinstituts auch Krakau einnehmen: "Keine andere Stadt in Polen bietet eine gelungenere Verdichtung aus akademischer Tradition, Bildungsbewusstsein und Hightech-Adaptivität."

Interkulturelles Fitnessprogramm
Ob Asien, Lateinamerika oder Osteuropa - bevor man sich auf das Abenteuer Ausland einlässt, sollte man zunächst kritisch überprüfen, ob man für das Ausland überhaupt geschaffen ist. Denn die Voraussetzungen für einen Job im Ausland sind nicht unbedingt die gleichen wie für eine Stelle in einem deutschen Unternehmen.

Da ist zunächst einmal die Sprachhürde zu meistern. Fließendes Englisch ist absolute Grundvoraussetzung für die Arbeit in den meisten Ländern - und damit ist tatsächlich fließend gemeint. Schulenglischkenntnisse reichen bei weitem nicht aus, vorteilhaft sind längere Aufenthalte im englischsprachigen Ausland oder zumindest gründliche, über längere Zeit dauernde Sprachkurse. Nicht in allen Ländern hat sich jedoch bereits Englisch als Business-Sprache durchgesetzt. Wer in Lateinamerika reüssieren will, kommt kaum um Spanisch oder Portugiesisch herum. In lateinamerikanischen, asiatischen und osteuropäischen Ländern haben häufig nur Kollegen auf dem Managementlevel gute Englischkenntnisse - und selbst hier sollte man nicht unbedingt perfekte Sprachkenntnisse erwarten. Wer also etwas bewegen will an seinem neuen Arbeitsplatz im Ausland, sollte den Willen zeigen, die Landessprache zu lernen. Nicht nur bei der persönlichen Integration im neuen Land helfen erste Kenntnisse der Landessprache - auch bei der täglichen Arbeit und dem Kontakt mit den Mitarbeitern haben Grundkenntnisse in Chinesisch oder Russisch schon so manche Tür geöffnet.

Sprache allein reicht jedoch nicht aus. Interkulturelles Wissen ist häufig noch viel wichtiger. Keicher: "Wer die Grundlagen der Höflichkeit und der Ess- und Tischkultur beherrscht und den Umgang mit Zeit und Emotionen sowie die Bedeutung der Familie kennt, hat es bei vielen Geschäftsbeziehungen leichter." Sich Basiswissen über die Geschichte und Geistesgeschichte des Landes anzueignen, sei ebenfallsempfehlenswert. Dabei muss man nicht die Kultur bis ins Kleinste verstehen. Häufig hilft bereits Offenheit bis hin zur Neugierde auf die fremden Kulturen. Menschen mit hoher Flexibilität, die schnell in Alternativen denken können, seien im Ausland klar im Vorteil. "Das Arbeiten in einer anderen Kultur ist immer auch ein Wachstumserlebnis, eine Chance, sich selbst besser kennen zu lernen und neue Methoden und Stile auszuprobieren", weiß Keicher aus eigener Erfahrung. Junge Führungskräfte werden schnell die unterschiedlichen Arbeitsstile erkennen. Die "Future-Leadership"-Expertin erläutert: "Sie müssen cross-kulturelle, oft auch virtuelle Teams managen können. Selbsttransparenz und Selbstvertrauen sind dazu ganz entscheidend." Das bedeutet, sich selbst gut zu kennen: Welchen Arbeitsstil, welchen Führungsstil habe ich? Wie wirkt mein Kommunikationsstil auf andere? Welche Stärken bringe ich mit, welche Schwächen? Keicher: "Wer über seine Eigenarten lächeln kann, gewinnt leichter Sympathie und das Vertrauen seiner Kollegen, offen Themen anzusprechen. Mit Humor und einer positiven Grundhaltung kann man besonders im interkulturellen Umfeld viele Situationenentschärfen und viel Energie freisetzen."

MBA = Auslandskarriere?

Fit für den Weltmarkt? Eine Garantie dafür gibt es nicht. Sicher ist jedoch: Wer einen Master of Business Administration vorweisen kann, hat bei Jobs mit Auslandsbezug bessere Karten. Vorausgesetzt, er hat seinen MBA bei der "richtigen" Schule absolviert. Denn nicht der Titel an sich ist das Wertvolle für den Absolventen, sondern die Erfahrungen, die er während des Aufbaustudiums gesammelt hat. Künftige Arbeitgeber achten in der Regel darauf, dass der MBA in einem internationalen Umfeld erworben wurde - ein Studium im Ausland oder zumindest eines mit starkem internationalen Bezug bringt am meisten. Einblicke in die Arbeitweisen von Kollegen anderer Länder, Teamwork in international gemischten Teams und nicht zuletzt die verbesserten Englisch-Kenntnisse sprechen für den international anerkannten Abschluss. Praxisnah sollte das Studium darüber hinaus sein und gute Professoren im Programm haben. Nicht zu unterschätzen sind auch die Netzwerke, die sich aus dem Studium und darüber hinaus ergeben: Wer Ex-Kommilitonen auf der ganzen Welt als Ansprechpartner hat, wird schneller in fremden Ländern Fuß fassen als Mitarbeiter, die beruflich nie einen Schritt aus Deutschland herausgekommen sind. Bei der Wahl der MBA-Schule gilt: Den "besten Anbieter" gibt es nicht. Jeder muss für sich selbst entscheiden, welche Kriterien ihm für seinen Abschluss wichtig sind, und eine Schule suchen, die zu seiner persönlichen Job- und Lebensplanung passt. (SOL)
Linktipps:
www.mba-info.de externer Link www.mba-association.de externer Link www.mba-gate.de externer Link www.review.de externer Link



Buchtipps – drei Klassiker zum Thema interkulturelles Arbeiten:

Geert Hofstede: Cultures and Organizations
The McGraw-Hill Companies 2004, 23,95 Euro
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Fons Trompenaars / Charles Hampden-Turner: Riding the Waves of Culture
The McGraw-Hill Companies 1998, 33,50 Euro
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Fons Trompenaars / Charles Hampden-Turner: Managing People Across Cultures
Capstone Publishing Ltd 2004, 17,59 Euro
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Campus goes East

Auch die Hochschulen haben den wachsenden Wirtschaftsmarkt Asien im Fokus und bieten ihren Studenten Aufbaustudiengänge an.



Schnelltest für Fernweh-Hungrige

Sind Sie bereit für den Sprung ins Ausland? Bastian Broer, Ostasien-Referent beim Institut für Interkulturelles Management (IFIM) in Rheinbreitbach, bietet eine Checkliste für berufsbedingte Globetrotter:


Coachingzone

Karriereplanung mit Weitblick bedeutet, seine eigenen Kompetenzen mit den Anforderungen zukünftiger Arbeitsprozesse zusammenzubringen. Dazu ist - neben der generellen Bereitschaft, seinen Arbeits- und Lebensraum zu verlagern - vor allem ein ausgeprägtes Trendbewusstsein notwendig: Welche Branchen und Märkte lassen Innovationen zu, welche Qualifikationen sind nötig, um den Megatrends Internationalisierung, Technologietransfer, Forschung und Entwicklung gewachsen zu sein? Leider bleibt im eigenen Arbeitsalltag für das Thema Zukunftsforschung kaum Zeit. Der Schritt ins Ausland ist für Sie jedenfalls nur dann realistisch und sinnvoll, wenn das Zielland nicht zu einem Zufluchtsort wird, sondern Ihnen neue Räume zur persönlichen Entfaltung bietet.

Wer nur dem kollektiven Trendbarometer folgt, gerät schnell in eine Sackgasse, in der kein Platz ist für die eigenen Fähigkeiten, Interessen und Wünsche. Analysieren Sie vor dem Gang ins Ausland auch ihre persönlichen Beweggründe: Wie lässt sich Ihre Karriereplanung - inklusive Privatleben, Familie und Freunde - mit den neuen Aufgaben in Einklang bringen? Trends und boomende Märkte können und sollen Ihr Interesse wecken. Und sie sollen Sie dazu bringen, Ihren Werdegang und Ihre selbsterklärten Ziele zu hinterfragen. Aber überlassen Sie die Wahl nicht anderen und entscheiden Sie sich nicht für etwas, nur weil es gerade Trend ist - vielleicht liegt Ihr definiertes Ziel gar nicht unbedingt im Ausland, sondern ganz woanders? Sind Sie bereit für den Schritt in die internationale Arbeitswelt? Folgende Kompetenzen sind gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Auslandseinsatz:

1. Projekterfahrung. Im Ausland können Sie oft sehr schnell eigenverantwortlich Projekte managen. Dazu müssen Sie den Überblick behalten: Arbeitsprozesse der Mitarbeiter anstoßen, begleiten und aufeinander abstimmen. Sie sollten die Arbeitsschritte in regelmäßigen Abständen verfolgen, koordinieren und kontrollieren.

2. Fremdsprachenkenntnisse. Sind Sie verhandlungssicher? Englisch reicht längst nicht überall aus. Um alle Teammitglieder zu erreichen, müssen Sie eine angemessene Gesprächsposition einnehmen können, gerade wenn es um länderübergreifende Tätigkeiten geht.

3. Teamfähigkeit. Sie bezeichnen sich als teamfähig und sozialkompetent. Doch gilt das für Sie auch bezüglich anderer Konfessionen, Rituale und Gebräuche? Auch dann, wenn Frauen eine untergeordnete Stellung zukommt oder wenn die Äußerung Ihrer politischen Meinung zu ernsten Schwierigkeiten führen kann? Akzeptanz, Respekt, Sensibilität für regionale Gepflogenheiten und vor allem Anpassungsbereitschaft sind im Ausland geboten.

4. Kommunikationsfähigkeit. Eine freundliche und unaufdringliche Art, Ihre Anliegen und Ziele zu erläutern und Ihre Meinung zu vertreten, ist ideal. Doch in interkulturellen Gesprächssituationen herrscht häufig gegenseitige Unwissenheit und Unsicherheit. Hier wartet neben neuen Erfahrungen manche Herausforderung auf Sie.

5. Flexibilität. Neben der Bereitschaft zu reisen, mit anderen Wohn- oder Lebensumständen klarzukommen, heißt Flexibilität auch, unempfindlich gegenüber längeren Arbeitszeiten zu sein. Unterschätzen Sie nicht die Zusatzbelastung durch höheren Lernaufwand: Neben Sprachen lernen Sie auch neue Systeme, Gesellschaftsaspekte und Kulturen kennen. Sie müssen in kurzer Zeit neue Themen aufarbeiten und sich in eine neue Umgebung einleben.

6. Medienkompetenz. IT- und Informationsstrukturen sind oft schon am heimischen Arbeitsplatz tückisch. Der Schritt über Deutschlands oder gar Europas Grenzen wird Ihre Medienkompetenz fordern: Wie sind die elektronischen Kommunikationswege im neuen Unternehmen? Bedarf es gar anderer Programmiersprachen? Sorgen Sie dafür, dass Ihre PC-Kenntnisse ausreichend sind, damit Sie sich schnell neuen Situationen anpassen können. Bringen Sie all diese Fähigkeiten mit, können Sie ernsthaft über einen Schritt in die internationale Arbeitswelt nachdenken.
Dr. Johanna Dahm von Annette Sartoris
Dr. Johanna Dahm veröffentlichte zum Thema der internationalen Karriereplanung unter anderem die Studie AWARE! inter_cultural_competence.

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